![]() ![]() ![]() Sie möchten uns Ihre Fotos zur Verfügung stellen ? Schön - Bitte diese Erklärung ausfüllen und mitschicken Sie möchten uns Ihre Fotos zur Verfügung stellen ? Schön - Bitte diese Erklärung ausfüllen und mitschicken ![]() ![]() ![]() Berichte Lola rennt - Heidi hetzt ! Wir hatten einen Termin mit Heidi Hetzer, einer faszinierenden Frau, Renn- und Rallyefahrerin, Managerin, Autonärrin und Autosammlerin. Ein aufregender Tag im sonst eher von Alltagsarbeit geprägten Clubleben. Heidi Hetzer, geboren am 20. Juni 1937 in Berlin, begann 1954 im Betrieb ihres Vaters eine Lehre als KFZ- Mechanikerin, was sie heute als Glück bezeichnet und dem Umstand zuschreibt, dass sie keinen Bruder hatte. Auch in der aktuellen Zeit noch eine Seltenheit, war das damals wohl als Sensation zu bezeichnen. Die Mutter war nicht so sehr begeistert von dieser Idee, was H.H. jedoch nicht davon abhielt die Lehre anzutreten. Wie sie sich sowieso nur sehr selten von etwas abhalten lässt, was sie sich einmal vorgenommen hat. An die Zeit in der Berufsschule erinnert sie sich heute noch mit einem verschmitzten Lächeln: „Die Jungs trauten sich nicht so recht mit mir zu reden, da ich aber einen Motorroller hatte, mussten sie mich wohl oder übel ansprechen, um in den Genuss einer Mitfahrgelegenheit zu kommen“. Im Alter von 31 Jahren, als der Vater starb, erbte sie außer dem Autohaus auch 4 Millionen Mark Schulden. Doch mit eisernem Willen und dem ihr gegebenen Perfektionismus schaffte es Heidi Hetzer, die nebenbei noch ihren Hausfrauenpflichten nachkam, das Autohaus zu dem zu machen was es heute ist und eine inzwischen über 90-jährige Tradition am Leben zu halten. Der Vater sagte immer: „Eine Firma ist wie eine Kuh. Wenn sie Milch gibt, soll man sie melken. Wenn sie keine Milch mehr gibt, muss man sie schlachten“. Hoffentlich gibt die Kuh noch lange Milch. Die fast 66-jährige Inhaberin des größten Opel- und GM - Autohauses in Berlin empfing uns, wie nicht anders erwartet, mit einer gewissen Hektik. Am Abend zuvor hatte sie ein Ersatzteil eines ihrer Oldtimer zwecks Reparatur in ein Lokal mitgenommen und dort vergessen. Geduldig warteten wir ab, bis Frau Hetzer dem raren Teil nachtelefoniert und den Verbleib geklärt hatte. Froh gelaunt ob der guten Nachricht, startete sie mit uns den Rundgang durch ihre Tiefgarage, die wegen ihrer Größe manch mittelgroßem Einkaufsmarkt gut stehen würde. Die Vorstellung das H.H. nur im Rennoverall mit Lederbrille und Rennhaube zu sehen ist wurde als Klischee entlarvt. Sportlich elegant mit einem Brillantbesetzten Anhänger in Form des Opel Blitzes führte sie uns ihre Schätze vor. Im cremefarbenen Hispano-Suiza, Baujahr 1921 fuhren(!!) wir bei leichtem Schneefall(!!!!!) in die nahe gelegene Tiefgarage. Außer diesem Exemplar gibt es nur noch eines in Monaco – der Besitzer kein geringerer als Fürst Rainer. Wie die Fürsten fühlen wir uns auch, als wir von H.H. durch Berlin chauffiert werden. „Der Hispano von Fürst Rainer steht ja nur im Museum, eigentlich viel zu schade für dieses Auto, die wollen doch bewegt werden. Jetzt soll noch einer aufgetaucht sein, aber keiner weiß so recht wo und bei wem…“ erzählt die quirlige Mittsechzigerin. „Schauen Sie doch mal hier, wie die Fenster versenkt werden, ist das nicht sensationell?“ schwärmt sie von dem Hispano. In der Tiefgarage angekommen, gehen wir auf Entdeckungsreise und Heidi Hetzer erzählt uns jeweils eine kleine Anekdote zu ihren Schätzen. Der Opel Rennwagen von 1911, der momentan auf drei Rädern steht, wartet auf eine passende Felge für den Reservereifen. Um die Suche danach zu erleichtern, wurde eine intakte Felge als Anschauungsstück abmontiert. Links daneben, der Opel Doktorwagen von 1909 war der erste Oldtimer in der Sammlung, den wollte sie unbedingt haben – „Dafür hätte ich sogar mit dem Vorbesitzer geschlafen, aber den musste ich haben“. Wir haben keinen Grund an dieser Aussage zu zweifeln. Mit freudig funkelnden Augen deckt sie einen Oldtimer nach dem anderen ab. „Das war mein erstes Auto, ein Goggomobil“ – auf dem Beifahrersitz entdecken wir ihren alten Rennhelm, doch zu den Motorsportaktivitäten später mehr. Nach einem 74er Felber-Ferrari und einem 62er Corvette Cabriolet kommen wir zum „normalen Opel Programm“. H.H. sagt dass, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt, eine Who-is-Who-Sammlung der Opel Modellpalette in der Tiefgarage stehen zu haben. Dass alle Autos der folgenden Aufzählung in einem guten bis sehr guten Zustand sind, versteht sich von selbst. Die erste Reihe besteht aus einem P4, einem Rekord A Coupé – „den mein Meister gefahren hat“ und einem Kapitän Modell 1951 – „den nutzen wir für Hochzeitsfahrten“. An dem Kapitän waren leichte Alterungsspuren zu erkennen. Frau Hetzer bemerkte sofort entschuldigend: „Den müssen wir demnächst unbedingt wieder richtig herrichten, so kann man einem Hochzeitspaar das Auto doch nicht zumuten“ – Perfektionismus eben. Das „hetzersche“ Kadett Programm besteht aus einem roten B Coupé, einer weißen A Limousine und einem blauen D Berlina. Den kupfermetallicfarbenen Commodore A GS/E Automatic hat sie einem befreundeten Opel Händler aus Westfalen abgekauft. Die Gattung der Rochen werden von einem Manta A aus erster Hand und einem Manta B GSI vertreten. Ein paar Schritte weiter folgt ein von Keinath gefertigtes, perleffekt-weißes Monza Cabriolet – „Das fahre ich im Sommer, ein wunderschönes Auto“ - Das finden wir auch. Nach einem 2,5l Senator A und ihrem letzten Rennwagen, einem Calibra Turbo mit Allradantrieb kommen wir zu einem Monza GSE Coupé. Darauf angesprochen, dass der Monza wie neu aussehe, erwiderte Heidi Hetzer: „Das ist kein Kunststück, das ist ein Neuwagen“. Den bekommt ihr Sohn, wenn der in die Firma eintreten sollte. Ein 31 jähriger Computerspezialist, der letztes Jahr vom Silicon Valley wieder zurück nach Berlin umsiedelte. Hoffentlich weiß der, das Sahnestück zu schätzen. Es gibt sie doch noch, die Schätze in „irgendwelchen“ Tiefgaragen. Wieder zurück im, mit Pokalen und Erinnerungsmedaillen voll gestellten, Büro erzählte uns H.H. ein paar Anekdoten aus ihrem ereignisreichen Leben als Rennfahrerin: Von dem Kadett B, der in Guatemala 80 m einen Abhang herunter stürzte und den sie am liebsten wieder zurückholen würde wegen des Motors, davon dass sie in der Osttürkei nach einem Unfall vom Rennarzt und einem freundlichen Türken aus dem Gefängnis befreit werden musste, davon, dass eines Nachts ein bekannter Rallyebeifahrer an ihre Tür klopfte und um Einlass bat, da „ihre Beifahrerin sich mit seinem Fahrer vergnügen würde“, davon, dass bei der vorletzten „2000km durch Deutschland Fahrt“ ihre Beifahrerin nicht mehr weiter mit ihr fahren wollte, da es Frau Hetzer nicht ganz so gemächlich angehen ließ und davon, dass sie sich 1966 einen Vorführwagen des Papas „ausborgte“ um mal eben an einem Rennen auf der Avus teilzunehmen. Der Vorführwagen war ein Diplomat A, der sich, nachdem sie einem befreundeten Fahrer Windschatten geben wollte und dabei eine Pylonenschikane zu spät anbremste „auf die Seite legte und ein bisschen an eine Birke anlehnte – es war aber nicht sooo viel kaputt, das Fenster und ein paar Kratzer - glaube ich“. Danach wurde der Diplo eigenhändig wieder zum laufen gebracht und das Rennen zu Ende gefahren. Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen, das heben wir uns aber vielleicht besser für einen späteren Beitrag auf. Die Ziele für dieses Jahr sind auch schon klar: Nach Teilnahme an der Trofeo Baleares Classico plant Heidi Hetzer jetzt die 2000km durch Deutschland, die sie dieses Jahr mit einem Invicta Baujahr 1928 unter die Räder nehmen will (Fotos der Tour und ein Bericht folgen natürlich wieder hier). Außerdem schaut sich H.H. immer mal wieder nach Oldtimern um, um die Sammlung zu erweitern. Momentan stehen ein Vauxhall, aus der Zeit als es noch nicht Opel war, – „Der war immer schneller als die Bentley“ - ein 2-türiger Kadett B 1,9S – „der mit dem schönen Motor und ein Bitter CD auf der Wunschliste. Ein kleines Museum wäre eventuell auch ganz reizvoll und, und, und… jede Menge Ideen und Vorhaben die es zu verwirklichen gilt. Um sich besser auf die „wirklich wichtigen“ Dinge des Lebens konzentrieren zu können hat Frau Hetzer für das Autohaus einen Geschäftsführer eingestellt. Für uns absolut nachvollziehbar, wann soll sie sich bei diesen Hobbies denn um das größte Opel – Autohaus in Berlin kümmern? Unser Fazit von dem Besuch in Berlin: Wir hatten einen sehr abwechslungsreichen Tag und keine Minute Langeweile. Einer solchen Powerfrau kann man stundenlang zuhören ohne sich einen Augenblick zu langweilen. Wir freuen uns schon, wenn wir Heidi Hetzer bei den 2000km durch Deutschland wieder sehen und wünschen ihr für die „Tour“ viel Glück. Wäre doch schön wenn wir von einem Sieg berichten könnten. ![]() | Panoramatreffen | Panoramatreffen | Berichte | Berichte | Diverses | Diverses | Öffentliches Newsarchiv | Öffentliches Newsarchiv
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